Historie des UMWELTFESTIVALs

30 Jahre UMWELTFESTIVAL heißt 30 Jahre zivilgesellschaftliches Engagement für Klimaschutz.

Zur 1. UN-Klimakonferenz 1995 in Berlin tagte ebenfalls das Klimaforum´95: Der Deutsche Naturschutzring und dessen Mitgliedsverein GRÜNE LIGA Berlin organisierten eine Alternativkonferenz mit über 200 dezentralen Veranstaltungen in der Hauptstadt. Ein Programmpunkt war ein Willkommensfest für die Fahrraddemo „Berlin fährt Rad“ am Brandenburger Tor: Das 1. UMWELTFESTIVAL.

2000: Kinder und Umwelt in der Stadt
2001: Alles Öko – oder was?
2002: Zukunft für alle! Mitmachen, bewegen, verändern
2003: Erneuerbare Energien – Frischer Wind und sonnige Zeiten
2004: Erneuerbare Energien – Zukunft für Alle
2005: Prima Klima!

2003 war ein Rekordjahr: 150.000 Menschen besuchten das UMWELTFESTIVAL. Themen wie Erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität standen im Fokus, und die Kooperation mit der ADFC-Sternfahrt wurde zur festen Tradition. Ein Highlight von 2004: Die Sonnenkönigin, Deutschlands effizienteste Photovoltaikanlage, brachte die Kirchengemeinde Brockel ins Rampenlicht und gewann den Großen Preis des UMWELTFESTIVALS.

Mit dem „Null-Müll-Konzept“ setzte das UMWELTFESTIVAL zudem Maßstäbe für ein nahezu abfallfreies Event. Der Verzicht auf Einweggeschirr und der Einsatz eines Spülmobils waren dabei zentrale Maßnahmen, die den nachhaltigen Anspruch unterstrichen. Stefan Richter, damaliger Geschäftsführer der GRÜNEN LIGA Berlin, betonte die Bedeutung von Ökologie, Kultur und Lebensfreude als Kern des UMWELTFESTIVALS.

2006: Volltreffer Natur!
2007: Natur in Bewegung
2008: Vielfalt belebt!
2009: Klimaschutz erleben!
2010: Leben ist Vielfalt!

Auch von 2006 bis 2010 blieben Klimaschutz und nachhaltige Mobilität zentrale Themen des UMWELTFESTIVALS . 2006 standen jedoch die deutschen Naturparks im Fokus, passend zum Titel „Volltreffer Natur!“, der von der Fußball-WM inspiriert war. Umweltfreundliche Konzepte wie „Green Goal“ für eine klimaneutrale WM wurden vorgestellt.

2009 und 2010 erhielt das UMWELTFESTIVAL den Titel „Sounds for Nature“ vom BfN – ausgezeichnet für die Nutzung von Mehrweggeschirr und Bio-Caterern. 2009 unterstützte die BVG das Festival, indem Einzelfahrscheine als Tageskarten galten. 2010 fand das Festival erstmals an zwei Tagen statt und erreichte mit 230 Ausstellenden sowie 130.000 Besuchenden neue Rekorde. Im Begleitprogramm: „Green Clubbing“ in Berliner Clubs wie dem Tresor, der bis zu 40 % seiner Einnahmen in klimafreundliche Modernisierung investierte.

2011: Klimaschutz bewegt
2012: Rio 20 – Zukunft leben!
2013: Lebensraum Zukunft!
2014: Nachhaltig wirtschaften – effizient verbrauchen – gut leben!
2015: 20 Jahre Umweltfestival

2011 brachte einen neuen Rekord: Knapp 270 Ausstellende präsentierten nachhaltige Ideen! Klimaschutz, Mobilität und Biodiversität blieben die großen Themen – und die BVG nutzte die Gelegenheit, sich für das Winterchaos zu entschuldigen, indem sie am Tag des Festivals Einzelfahrscheine wieder als Tageskarten gelten ließ.

Ebenfalls 2011: Premiere für die e-Schwalbe! Der legendäre DDR-Roller „Schwalbe“ kehrte als Elektroversion zurück – präsentiert exklusiv beim Umweltfestival. Nostalgie trifft Zukunft!

2015 dann ein kleiner Schockmoment: 20 Jahre UMWELTFESTIVAL, aber fast wäre Schluss gewesen. Neue Sicherheitsauflagen drohten das Event zu sprengen – allein für Zäune wären rund 60.000€ fällig geworden. Doch mithilfe des Umweltbundesamts und Bundesumweltministeriums konnte ein neues und günstigeres Sicherheitskonzept erstellt werden und infolgedessen das Festival bestehen bleiben.

2016: Klimaschutz – können wir alle!
2017: Biologischer Landbau – gut für uns und gut fürs Klima
2018: Zukunft der Stadt – Stadt der Zukunft
2019: Tu was, Mensch!
2020: Digitales Umweltfestival

Neben dem Klima rückte 2018 die nachhaltige Stadtentwicklung in den Fokus. Städte verbrauchen enorme Ressourcen und verursachen einen Großteil der globalen CO₂-Emissionen. Das Festival zeigte, welche Potenziale eine ökologische Stadtgestaltung birgt. So leisten beispielsweise urbane Grünräume wie bestäuberfreundliche Innenhöfe, Gemeinschaftsgärten oder begrünten Brachflächen nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern verbessern auch die Luftqualität und tragen zur Kühlung der Stadt bei. 2019 stand im Zeichen des individuellen Engagements. Unter dem Motto „Tu was, Mensch!“ wurde das Bewusstsein dafür geschärft, dass jede*r einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten kann. Angeregt durch die globale Klimabewegung Fridays for Future rückte das Festival die Handlungsmöglichkeiten jedes Einzelnen in den Mittelpunkt – sei es durch nachhaltigen Konsum, politische Beteiligung oder klimafreundliche Mobilität.

2020 stellte das Festival vor eine besondere Herausforderung: Die COVID-19-Pandemie machte eine physische Veranstaltung unmöglich. Doch anstatt zu pausieren, wurde das erste digitale UMWELTFESTIVAL ins Leben gerufen. Livestreams, Webinare und Online-Diskussionen ermöglichten es, auch virtuell Impulse für Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu setzen – ein innovativer Schritt in einer außergewöhnlichen Zeit.

2021: Digitalisierung? Natürlich nachhaltig!
2022: Wasser – Elixier des Lebens!
2023: Nächste Ausfahrt: Fairkehrswende!

Nach einem rein digitalen Jahr 2020 kehrte das UMWELTFESTIVAL 2021 als hybride Veranstaltung zurück. Während der digitale Teil bereits am 6. Juni startete, fand in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg am 19. September der physische Teil mit rund 10.000 Besuchenden und 60 Ständen statt. Die 3G-Regel galt am Eingang, auf dem Gelände bestand Maskenpflicht. Themenschwerpunkte waren die Chancen und Risiken der Digitalisierung, ihr Bezug zu Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sowie Fragen zu Suffizienz, Gemeinwohl und Sicherheit. Ergänzt wurde das Festival durch die ADFC-Fahrradkreisfahrt und die Kinder-Fahrraddemo „Kidical Mass“.

2022 zog das Festival zurück ans Brandenburger Tor – mit dem Schwerpunkt auf Wasser als bedrohte Lebensgrundlage. Die Belastung durch Pflanzenschutzmittel, Kunststoffpartikel und Hormone sowie die Folgen des Klimawandels wie Dürren, Starkregen und Überschwemmungen standen im Fokus. Zudem wurde Veganismus als wassersparende Ernährungsweise hervorgehoben.
2023 drehte sich alles um die Verkehrswende – eine Herausforderung, die sich anscheinend nicht von selbst löst. Das Festival widmete sich erneut nachhaltigen Mobilitätskonzepten und der Notwendigkeit einer sozial und ökologisch gerechten Verkehrspolitik.

2024: Wald – Einer für Alle
2025: Jetzt erst recht!

2024 richtete sich der Blick aus der Stadt in die Wälder – wobei auch urbane Konzepte wie Tiny Forests an Bedeutung gewinnen. Allerdings schrumpfen Wälder weltweit durch urbanes Wachstum und Rohstoffabbau, während Klimaextreme ihre Schutzfunktionen schwächen. Dabei spielen sie eine zentrale Rolle im Ökosystem: Unter anderem binden sie CO₂, produzieren Sauerstoff, verbessern die Luftqualität und stabilisieren das Klima.